SP4U United Cup 2025 – Inklusion im Kampfsport als gelebte Realität
Am 27. September 2025 hat Dortmund gezeigt, wie moderner Kampfsport aussehen kann: fair, mutig, barrierefrei. In der Sporthalle Nord 3 feierten wir den SP4U United Cup – ein Newcomer-Turnier in den Disziplinen K1, Boxen, MMA, Pointfighting und mehr. Das Besondere an diesem Tag war nicht nur die sportliche Leistung, sondern die Haltung dahinter: Inklusion ist keine Sonderveranstaltung, sondern Normalität, wenn man sie konsequent lebt.
Unsere Botschaft: Inklusion ist einfach – wenn man sie lebt
Wir wollten nicht nur darüber sprechen, sondern es zeigen. Inklusion bedeutet für uns, allen Menschen den Zugang zum Kampfsport zu ermöglichen – unabhängig von körperlichen Besonderheiten, Erfahrung oder Herkunft. Mit klaren Regeln, angepassten Rahmenbedingungen und einer respektvollen Kultur wird Kampfsport zu einem Ort, an dem Mut wächst, Selbstvertrauen entsteht und Gemeinschaft spürbar ist. Genau das war am Turniertag überall zu sehen und zu fühlen.
Gemeinsam stark: WKU World, Stadt Dortmund und SP4U
Gemeinsam mit der WKU World und der Stadt Dortmund haben wir eines der wenigen barrierefreien Kampfsportevents in Deutschland umgesetzt. Die Sporthalle Nord 3 bot dafür die richtige Bühne. Teams und Teilnehmende reisten aus dem gesamten Bundesgebiet an, die weiteste Anreise kam aus Berlin – und sogar aus Amsterdam waren Sportlerinnen und Sportler dabei. Diese Vielfalt hat die Energie des Tages geprägt und unserem Leitgedanken zusätzlichen Rückenwind gegeben.
Der inklusive Boxring: eine echte Innovation
Ein Höhepunkt war die Präsentation unseres inklusiven Boxrings. In enger Kooperation mit Ingenieurinnen und Ingenieuren wurde er speziell für den barrierefreien Einsatz entwickelt. Die Seile lassen sich höhenschieben, sodass auch Rollstuhlfahrende oder Sportlerinnen und Sportler mit körperlichen Einschränkungen sicher und selbstbestimmt in den Ring steigen können. Damit haben wir nicht nur ein technisches Detail verbessert, sondern eine echte Hürde abgebaut – und einen Standard gesetzt, der Schule machen soll.
Emotionen pur: der erste Inklusionskampf
Ringsprecher Tommy eröffnete den Tag feierlich und führte mit Herz und Humor durch das Programm. Gleich zu Beginn setzte der erste Inklusionskampf ein starkes Zeichen: Larissa, 24, aus unserem SP4U-Team, traf in ihrem allerersten K1-Kampf auf eine Kämpferin vom Team Kobra Kampfsport Peine e.V., die ebenfalls ihr Debüt gab. Beide verließen als Siegerinnen den Ring – geehrt mit Medaillen, die nicht nur eine Leistung, sondern vor allem Mut, Respekt und Zusammenhalt würdigten. Genau darum geht es uns.
Fair matchen, sicher wachsen: ein Turnier für Newcomer
Der SP4U United Cup ist bewusst als Newcomer-Format angelegt. Faire Paarungen, klare Sicherheitsstandards und ein Rahmen, der Lernen vor Leistung stellt, geben gerade jungen und erstteilnehmenden Athletinnen und Athleten die Möglichkeit, sich zu beweisen – ohne Angst, auf deutlich überlegene Gegnerinnen oder Gegner zu treffen. Viele standen zum ersten Mal in ihrem Leben in einem Ring. Sie taten es, weil sie sich sicher fühlten, gesehen wurden und weil die Community sie trug. Das ist die Kultur, die wir fördern.
Atmosphäre, die trägt: Community, Respekt und Freude
Die Tribünen wurden zum Resonanzraum für Respekt. Jeder Treffer wurde nicht mit Häme, sondern mit Anerkennung quittiert, jede Runde mit fairen Gesten beendet. Familien, Freunde, Teams und Fans erzeugten eine dichte, warme Stimmung. Wer vor Ort war, hat erlebt, wie Inklusion spürbar wird: im Blickkontakt beim Antreten, in der Hand, die nach dem Gong gereicht wird, und in der Umarmung nach dem Kampf.
Barrierefreiheit als Voraussetzung, nicht als Zusatz
Die Sporthalle Nord 3 gehört zu den wenigen Hallen in Dortmund, die barrierefrei genutzt werden können. Diese Infrastruktur ist kein „Nice-to-have“, sondern Grundvoraussetzung dafür, dass Vielfalt sichtbar wird. Barrierefreie Wege, angepasste Abläufe im Auf- und Abgang sowie unser inklusiver Ring machten es vielen Teilnehmenden möglich, ohne Umwege am Geschehen teilzunehmen – auf und neben der Kampffläche.
Anerkennung aus Politik und Sport
Dass unsere Arbeit wahrgenommen und unterstützt wird, zeigte die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste. Mit dabei waren Bürgermeister Norbert Schilf, der Direktor der Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund Andreas Knoche, Sandra Spitzer als stellvertretende Geschäftsführerin der SPD-Ratsfraktion Dortmund, Anja Butschkau (Landtagsabgeordnete und Geschäftsführerin der AWO Dortmund), Jens Peick (Bundestagsabgeordneter), Isa Akkus (Präsident des Kampfsportverbandes WFMC), Diethelm Krause (Vizepräsident des Landessportbundes NRW) sowie Volkan Baran (Landtagsabgeordneter), Jörg Dannenberg SIO der Stadt Dortmund a.D und die Inklusionsbeauftragte der Stadt Dortmund Lisa Stiller. Ihre Präsenz war ein deutliches Zeichen: Inklusion im Sport ist Anliegen der gesamten Stadtgesellschaft.
Dank an alle, die es möglich machen
Hinter einem solchen Tag stehen unzählige Hände und Herzen. Danke an die Athletinnen und Athleten für ihren Mut, an die Coaches für verantwortungsvolle Vorbereitung, an die Offiziellen für Struktur und Sicherheit, an das Orga-Team und die Volunteers für reibungslose Abläufe, an unsere Partner für Vertrauen und Unterstützung – und an das Publikum, das die Idee von Inklusion mitgetragen und sichtbar gemacht hat.
Ausblick: Mehr Räume für Mut – macht mit!
Der SP4U United Cup 2025 war ein Meilenstein, aber erst der Anfang. Wir arbeiten daran, das Format zu verstetigen, weitere inklusive Trainingsgelegenheiten zu schaffen und unseren inklusiven Ring noch mehr Menschen zugänglich zu machen. Vereine, Schulen, Einrichtungen und Sponsoren, die mit uns diesen Weg gehen möchten, laden wir herzlich ein, Kontakt aufzunehmen. Je mehr wir gemeinsam bewegen, desto normaler wird Inklusion im Sportalltag.
Fazit: Normalität beginnt, wenn wir sie herstellen
Dieser Tag hat gezeigt, dass Inklusion keine Zusatzaufgabe ist, sondern eine Grundhaltung. Mit den richtigen Werkzeugen, mit respektvoller Kultur und klaren Standards kann Kampfsport zum Ort werden, an dem alle gewinnen – an Erfahrung, an Selbstvertrauen und an Miteinander. Dortmund hat es erlebt. Wir machen weiter.





































